Josua 1,6: Stark und mutig

Sei stark und mutig, denn du sollst meinem Volk zu dem Land verhelfen, das ich seinen Vorfahren versprochen habe.

Josua 1,6 (Neues Leben)

Sei stark und mutig! Denn du sollst diesem Volk das Land als Erbe austeilen, von dem ich ihren Vätern geschworen habe, dass ich es ihnen gebe.

Josua 1,6 (Schlachter 2000)

1) Beobachtungen

Nachdem in den vorigen Versen der Tod des Mose erwähnt wurde, ebenso wie das Ziel der Landeroberung, spricht Gott Josua hier sehr deutlich Mut zu: „Sei stark und mutig!“, unabhängig von der Übersetzung. Laut Duden hat „stark“ folgende Bedeutungen:

  • etwas in hohem Maße oder in großer Menge besitzen
  • sehr leistungsfähig sein, große Qualität haben

„Mutig“ sein heißt laut derselben Quelle:

  • Mut besitzend
  • Mut zeigend

Um weiter nachzuforschen, brauchen wir die Bedeutungen von „Mut“:

  • Fähigkeit, in einer gefährlichen oder riskanten Situation seine Angst zu überwinden
  • Furchtlosigkeit angesichts einer Situation, in der man Angst haben könnte
  • Bereitschaft, angesichts zu erwartender Nachteile etwas zu tun, was man für richtig hält

Gott weist Josua an, stark und mutig zu sein. Kombiniert mit den Erkenntnissen aus den Bedeutungen der Wörter, schließe ich daraus, dass es eine Entscheidung ist, stark und mutig zu sein. Josua soll trotz einer riskanten Situation leistungsfähig sein. Worin besteht hier die risikoreiche Situation? Meiner Ansicht nach besteht sie darin, dass die Eroberung des Landes grob schiefgehen kann, wenn Gott nicht für die Israeliten kämpft, sie also auf Gottes Hilfe angewiesen sind.

Das Wort „Denn“, welches den nächsten Satz einleitet, besagt, dass nun der Grund für die Aufforderung, stark und mutig zu sein, folgt. Josua benötigt Stärke und Mut, da er dem Volk das Land als Erbe austeilen soll. Damit hat er nicht nur die Verantwortung für die nahe Zukunft des Volkes, sondern bestimmt auch die Lebenssituation der folgenden Generationen maßgeblich. Zudem spezifiziert Gott mit der Angabe „Land […], das ich ihren Vorfahren versprochen habe“, welches Land gemeint ist: das Land Kanaan. In der Schlachter-Übersetzung ist verstärkend von dem Schwur die Rede, den Gott geleistet hat.

2) Interpretation

Gott kennt Josuas Situation und die des Volkes. Er stellt sie vor die Wahl und fordert sie auf, ihm zu vertrauen, was Stärke und Mut erfordert. Er spricht ihnen sehr viel Mut zu und verheißt den Sieg. Anders schreiben könnte man den Vers so: „Entscheide dich, mir zu vertrauen, das benötigt Stärke und Mut, denn ich will, dass du den Israeliten ihr Erbe austeilst.“

3) Anwendung

Jeden Tag können wir uns entscheiden, Gutes oder Böses zu tun. Von diesen Entscheidungen hängt viel ab, deswegen sollen wir stark und mutig Gott vertrauen, auch wenn unsere Situation risikoreich ist.

Josua 1,5: Bevollmächtigung

„Solange du lebst, wird sich niemand gegen dich behaupten können, denn ich will bei dir sein, wie ich bei Mose war. Ich werde dich nie verlassen und dich nicht aufgeben.“

Josua 1,5 (Neues Leben)

1) Beobachtungen

Zunächst möchte ich Satzteile des Verses auseinandernehmen. „Solange du lebst“ ist das Erste, was mir besonders auffiel. Es bedeutet, dass das, was folgt, Gültigkeit hat solange Josua lebt. Hierbei fühle ich mich an die prophetische Aussage aus 2. Chronik 34,28 erinnert.

„Ich will das vorausgesagte Unglück erst nach deinem Tod über diese Stadt und ihre Einwohner kommen lassen, wenn du in Frieden gestorben und begraben worden bist. Du wirst das Unglück, das ich über diesen Ort bringen werde, nicht mehr sehen.“ Diese Botschaft überbrachten sie dem König.

2. Chronik 34,28 (Neues Leben)

Anschließend sagt Gott, dass niemand sich gegen Josua wird behaupten können. „Behaupten“ bedeutet laut Duden „erhalten; bewahren; erfolgreich verteidigen“. Hieraus ergeben sich zwei Dinge: Erstens, dass Josua Widerstand erfahren und erfolgreich überwinden wird, und zweitens, dass er durch die Erfüllung von Gottes Auftrag Zerstörung bringen wird. Der folgende Teilsatz wird mit „denn“ eingeleitet, er enthält folglich eine Begründung. Gott begründet die Aussage damit, dass er selbst mit Josua sein wird, und zwar auf dieselbe Art, wie er mit Mose war. Gott hat durch Mose große Wunder gewirkt, beispielsweise die 12 Plagen, die Teilung des roten Meeres und die Gesetzgebung am Sinai.

Im Folgenden sagt Gott, dass er Josua weder verlassen noch noch aufgeben wird. „Verlassen“ bedeutet: „weg-, fortgehen von, aus etwas; sich von einem Ort entfernen; sich von jemandem, dem man nahegestanden hat, mit dem man in gewisser Weise verbunden ist, trennen“. Daraus folgt, dass Gott Josua zu diesem Zeitpunkt nahe war und das auch in Zukunft sein wird, Josua wird nie die Abwesenheit Gottes erfahren so wie Jesus am Kreuz.

2) Interpretation

Möglicherweise macht Gott diese Zusagen, da er schon weiß, dass Josua sich ihm zur Verfügung stellen wird. Vermutlich sind diese Zusagen als Ermutigung an ihn gedacht, aber sie bedeuten neben großer Macht, Gottes Macht, auch eine große Verantwortung. Indirekt sagt Gott hier voraus, dass Josua Zerstörung und Tod über die Völker Kanaans bringen wird. Zudem stellt er ihn auf dieselbe Stufe wie Mose. Zusammenfassend: Gott erhebt Josua zu großer Stärke und allen damit verbundenen positiven wie negativen Aspekten.

3) Anwendung

Es fällt mir schwer, hier etwas Anderes zu schreiben als zu den vergangenen Versen. Wenn Gott mir eine Aufgabe zuweist und mich als vertrauenswürdig ansieht, wird er mich auch mit Macht und Verantwortung ausstatten. Ich sollte also danach streben, mich Gott als vertrauenswürdig zu erweisen, siehe 2. Timotheus 2,4.

Und keiner, der in den Krieg zieht, verstrickt sich in die Angelegenheiten des täglichen Lebens, denn er will ja dem gefallen, der ihn in seine Armee aufgenommen hat.

2. Timotheus 2,4 (Neues Leben)

Josua 1,4: Missionsdetails

„von der Wüste im Süden bis zu den Bergen des Libanon im Norden, das ganze Land der Hetiter, bis zum Euphrat im Osten und zum Mittelmeer im Westen. Das soll euer Gebiet sein.'“

Josua 1,4 (Neues Leben Übersetzung)

1) Interpretation

Auch in diesem Vers spricht Gott, Adressaten sind Josua und das Volk Israel. Gott grenzt das Gebiet ein, welches er den Israeliten gibt: Von der Grenze zur Sinai-Halbinsel im Süden bis zum Libanon im Norden und vom Euphrat im Osten bis zum Mittelmeer im Westen. Explizit eingeschlossen ist das Gebiet der Hetiter; laut Wikipedia sind hiermit wahrscheinlich Überbleibsel des hetitischen Großreiches (Kerngebiet in Kleinasien) nach dessen Zerfall um 1200 vor Christus gemeint.

Gott definiert diese Grenzen schon an vorhergehenden Stellen, und zwar in 2. Mose 23,31 und 5. Mose 11,24.

„Ich gebe euch das Gebiet vom Roten Meer bis zum Mittelmeer und von der Wüste bis zum Euphrat. Die Bewohner dieses Landes werde ich in eure Hand geben, sodass ihr sie vertreiben könnt.“

2. Mose 23,31

„Alles Land, auf das ihr euren Fuß setzt, wird euch gehören: Eure Grenzen werden sich von der Wüste bis zum Libanon erstrecken, vom Euphrat bis zum Mittelmeer.“

5. Mose 11,24 (Neues Leben Übersetzung)

Auffallend ist, dass die Reihenfolge und Ausdrücke in 5. Mose 11,24 exakt dieselben sind wie in Jousa 1,4. 2. Mose 23,31 unterscheidet sich merklich; hier liegt der Fokus auf den Gewässern, da der Libanon als Nordgrenze nicht erwähnt wird und stattdessen das Rote Meer als genauere Eingrenzung der südlichen Grenze herangezogen wird.

Gott setzt hier fest, dass dieses Land dem Volk Israel gehören soll. Bis zu den Wegführungen nach Babylon, welche aus dem Ungehorsam des Volkes Gottes Geboten gegenüber resultierte, blieb das auch so.

2) Interpretation

Im Kontext der vorherigen Verse: Gott beauftragt Josua und das Volk, die Trauer zu beenden, gibt ihnen eine Aufgabe und verspricht den Erfolg, und steckt nun die Grenzen der Aufgabe ab.

Gott teilt dem Volk hier ein Gebiet als Erbteil zu. Bei Gehorsam ihm gegenüber vergrößert sich ihr Einflussbereich, siehe David und Salomo. Bei Ungehorsam lässt Gott Bedrängnis durch die Völker um sie herum zu, aber weniger als ihr Land besitzen sie bis zu den Wegführungen nie. Dies kann man als Symbolik auf unsere Errettung durch Jesus interpretieren: Wir haben sie immer sicher.

3) Anwendung

Ich sehe darin eine Ermutigung sowie eine Absicherung für mich von Gott, was gleichzeitig ein sehr großes Geschenk ist. Im Lichte meiner aktuellen Gedanken um Leiterschaft: Ich falle nie tiefer als in Gottes Hand.

Josua 1,3: Gottes Versprechen gilt

„Ich sage dir zu, was ich schon Mose versprochen habe: ‚Wohin ihr auch geht, werdet ihr Land betreten, das ich euch geschenkt habe:“

1) Beobachtungen

Gott spricht hier immer noch zu Josua. Er setzt seine Person als Autorität ein, indem er ein Versprechen erneuert. Das besagte Versprechen gibt Gott das erste Mal Abraham in 1. Mose 15,18-20 („So schloss der Herr an jenem Tag einen Bund mit Abraham und sprach: ‚Ich werde dieses Land deinen Nachkommen geben, das ganze Gebiet von den Grenzen Ägyptens bis zum großen Fluss Euphrat – das Land der Keniter, Kenasiter, Kadmoniter, Hetiter, Perisiter, Refaiter, Amoriter, Kanaaniter, Girgaschiter und Jebusiter.'“). Anschließend erneuert er es gegenüber Mose in 2. Mose 23,22-24 („Wenn ihr aber gewissenhaft darauf bedacht seid ihm [dem Engel] zu gehorchen, indem ihr alles tut, was ich euch sage, dann werde ich ein Feind eurer Feinde sein und die bedrängen, die euch bedrängen. Denn mein Engel wird vor euch hergehen und euch in das Land der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiter bringen und ich werde sie vernichten.“). Mose schließlich erinnert die Israeliten vor seinem Tod nocheinmal daran, siehe 5. Mose 11,22-24 („Wenn ihr die Gebote, die ich euch gebe, gewissenhaft befolgt, indem ihr den Herrn, euren Gott, liebt, seinen Willen tut und euch an ihn haltet, dann wird der Herr alle diese Völker vor euch vertreiben. Ihr werde Völker verjagen, die größer und stärker sind als ihr. Alles Land, auf das ihr euren Fuß setzt, wird euch gehören: Eure Grenzen werden sich von der Wüste bis zum Libanon erstrecken, vom Euphrat bis zum Mittelmeer.“).
Bemerkenswert ist, dass das Versprechen gegenüber Mose und die Erinnerung von Mose an das Volk die Bedingung beinhalten, Gott zu gehorchen – das Versprechen an Abraham jedoch nicht.

Gott bezieht sich explizit auf das, was er Mose bereits zusagte, und bestätigt dadurch noch einmal Josuas Stellung als legitimer Nachfolger Moses‘. Obwohl das Versprechen aus Gottes Sicht über Moses‘ Tod hinaus gültig ist, erneuert er es gegenüber Josua. Etwas versprechen bedeutet laut Lexikon: „etwas verbindlich zusagen; Anlass oder Grund geben, zu hoffen“.
Die Formulierung „geschenkt habe“ legt den Schluss nahe, dass aus Gottes Sicht das Land schon den Israeliten gehört, und sie es sich nur noch nehmen müssen. Dazu gehört jedoch auch: „Wohin ihr auch geht“ und „werdet ihr Land betreten“, d.h. sie müssen selbst aktiv werden und losgehen.

2) Interpretation

Obwohl die Zusage, die Gott Abraham gegeben hat und gegenüber Mose und dem Volk erneuerte noch gilt, bekräftigt er sie hier an Josua und das Volk gerichtet ein weiteres Mal. Dass die Israeliten trotz Gottes Hilfe noch selbst losgehen müssen, um ihr Land zu betreten, kann man als Symbolik auf die Errettung deuten: Jesus hat die Schuld bereits bezahlt, aber wir müssen uns trotzdem dazu entscheiden, sein Opfer für uns anzunehmen.

Dass Gott die Zusage erneuert, ist eine notwendige Erinnerung, weil wir Menschen schnell seine Wunder und Verheißungen vergessen oder / und das Vertrauen verlieren.

Gott setzt hier zum dritten Mal in den ersten drei Versen indirekt das Zeichen, dass Josua der legitime Nachfolger Moses‘ als Israels Leiter ist. Das versieht Josua mit der dafür nötigen Autorität von Gott.

3) Anwendung

Gott kennt uns Menschen, er weiß, dass wir Erinnerung an geistliche Stärke brauchen. Er hat den Sieg schon errungen, wir müssen ihn nur noch für uns in Anspruch nehmen. Ich möchte mehr auf Gott vertrauen; darauf, dass er mich für die Aufgaben, die er mir gibt, ausrüstet und dass er für mich kämpft.

Josua 1,2: Nachfolger Moses‘ mit Gottes Auftrag

„‚Mein Diener Mose ist jetzt tot. Geh nun zusammen mit meinem Volk über den Jordan in das Land, das ich den Israeliten gebe.“

1) Beobachtungen

Wer ist Mose gewesen?

Gott selbst ehrt Mose hier durch die Verwendung des Titels „Mein Diener […]“. Moses‘ Leben hatte drei große Abschnitte: Die ersten 40 Jahre lebte er am Hof des Pharaos von Ägypten, des mächtigsten Mannes der damaligen Zeit. Aufgrund eines Mordes an einem ägyptischen Aufseher mit der Motivation, sein Volk zu beschützen und zu leiten, floh er nach Midian in die Wüste. Dort lebte er weiter 40 Jahre als Hirte, heiratete die Tochter des Priesters Jitro, Zippora, und bekam mit ihr zwei Söhne, Gerschom ( = „ein Gast dort“) und Elieser ( = „Gott hilft“, 2. Mose 18, 2-4). Anschließend beruft Gott ihn, das Volk aus Ägypten herauszuführen. Mose jedoch zweifelt und traut sich das nicht zu, aber Gott überzeugt ihn und verspricht ihm seinen Beistand. Seine letzten 40 Lebensjahre verbrachte er mit dem Führen der Israeliten auf dem Weg ins gelobte Land Kanaan. In dieser Eigenschaft kündigte er dem Pharao die zwölf Plagen an, empfängt Gottes Gesetze auf dem Berg Sinai und setzte sich selbst bei Gott gegen die Vernichtung des Volkes Israel ein, als dieser versprach, Israel zu vernichten und Mose zu einem großen Volk zu machen (4. Mose 14,12-25). Da er sich allerdings bei einer Begebenheit Gottes direkter Anweisung widersetzte (4. Mose 20.12), durfte er das Land Kanaan nicht betreten. Gott führt ihn auf einen Berg in Moab, von dem aus er ihm das ganze Land zeigt, und anschließend verstirbt Mose mit 120 Jahren, doch „seine Augen waren nicht schwach geworden und er war noch rüstig.“ (5. Mose 34, 7). Die Israeliten trauerten 30 Tage um ihn (vorherige Stelle, V. 8), und Gott begrub ihn an einer unbekannten Stelle, zu der bis heute niemand gekommen ist. Erwähnenswert ist zuletzt noch, dass der Erzengel Michael mit dem Teufel um den Leichnam Moses stritt (Judas 9).

Was sagt der Vers?

Es ist wichtig sich vor Augen zu halten, dass hier Gott (zu Josua) spricht. Er bestätigt den Tod Moses‘ und lobt ihn als „Mein Diener“, was uns sagt, dass Mose den Willen Gottes getan hat. Mir fällt dazu allerdings noch Matthäus 22,32 ein („Also ist er der Gott der Lebenden und nicht der Toten.“), hier ist jedoch offensichtlich der körperliche Tod gemeint.
Gott fordert Josua dazu auf, über den Jordan zu gehen, in das Land, welches er den Israeliten geben wird. Also sind die Israeliten hier noch im Land Moab.

2) Interpretation

Mose ist ein großer Anführer gewesen, was Gott auch bestätigt. Er sichert Josua jedoch schon hier seinen Beistand zu, wenn er die Aufgabe, die Gott ihm und dem Volk gibt, angeht – sogar, dass er ihnen das Land geben wird; ergo verspricht er die Erfüllung der Aufgabe.
Jordan bedeutet „der Hinabeilende; Fluß; Strom“. Nach Kolosser 2,20 und 3,1 ist der Durchzug durch den Jordan eine Symbolik auf den Tod und die Auferstehung von Jesus. Gott fordert Josua auf, die Zeit der Trauer um Mose zu beenden und durch den Jordan (als Symbolik für den Tod) ins Leben, das gelobte Land, zu gehen.

3) Anwendung

Wenn große Leiter von uns genommen werden, ist es immer schwer und das Erbe lastet mitunter schwer auf den Schultern der Nachfolger, aber Gott verspricht Beistand, wenn wir seinen Willen tun. Für mich schließe ich, dass Gott herausfordert und Großes vorhat, aber niemanden mit seiner Aufgabe alleine lässt.

Josua 1,1: Auswahl eines neuen Leiters

„Nachdem Mose, der Diener des Herrn, gestorben war, sprach der Herr mit Jousa. Dieser war ein Mitarbeiter von Mose und ein Sohn Nuns.“

1) Beobachtungen

Wer ist Josua?

Der ursprüngliche Name Josuas war Hosea (4. Mose 13,8). Hosea bedeutet „Rettung; Retter; Heil; Heiland“. Mose ändert den Namen in 4. Mose 13,16 in Jehoschua ( = „Der Herr ist Rettung“). Er gehört zum Stamm Ephraim.

Josua arbeitet schon lange mit Mose, zum ersten Mal erwähnt wird er in 2. Mose 17,13 – bei der Schlacht des Volkes Israel gegen die Amalekiter. Hier fungiert Josua als Heerführer. Er hat schon damals gelernt, wie sehr er von Gott abhängig ist durch die Beeinflussung des Schlachtenglücks durch Moses‘ Gebet. Anschließend begleitet er Mose auf den Berg Sinai (2. Mose 24,13), wo er mit Mose die Gegenwart Gottes erlebt und beim Empfangen der Gesetzestexte dabei ist. Anschließend interpretiert er den Lärm durch den Götzendienst am Goldenen Kalb zunächst fälschlicherweise als Kriegsgeschrei (2. Mose 32,17). Es steht zudem über Josua geschrieben, dass er nie das Zelt der Begegnung verließ (2. Mose 33,11). Mose sendet Josua zur Erkundung des Landes Kanaan aus; hierbei benennt er ihn, wie erwähnt, um. Als er zurückkommt, setzt er sich beim Volk erfolglos für das Vertrauen auf Gottes Zusagen ein und zerreißt seine Kleider (4. Mose 14,6). Nachdem er sich so bewiesen hat, setzt Gott ihn als Moses‘ Nachfolger ein (4. Mose 27,15-18).

Was sagt der Vers?

Nachdem Mose tot ist, spricht Gott nun mit Josua. Josua ist ein Mitarbeiter / Knecht (wörtl.: „Dienender“) von Mose gewesen. „Diener“ bedeutet im Bezug auf Josua laut Lexikon: abhängig Arbeitender, arbeitet für einen Herrn, setzt sich sehr für etwas ein. „Diener des Herrn“, wie für Mose verwendet, ist ein Ehrentitel.

2) Interpretation

Gott kennzeichnet Josua dadurch, dass er mit ihm redet, als den neuen Leiter Israels, als Nachfolger von Mose. Josua hat Gott lange treu gedient in verschiedenen Aufgaben (Heerführer, Spion, Diener), verließ das Zelt der Zusammenkunft nie. Gott bereitet Menschen vor, bevor er sie in Positionen einsetzt. Josua hatte durch 2. Mose 17,13 und 4. Mose 14,6 Vertrauen auf Gott gelernt. Gott befördert Menschen in Positionen, die sich in kleineren Diensten als treu und verlässlich erweisen.

3) Anwendung

Ich ziehe für mich den Schluss, dass Gott Treue in kleinen Dingen durch mehr Verantwortung und Ressourcen belohnt, wenn ich ihm treu bin und ihm diene, und dass ich Gott vertrauen will, dass er mich für seinen Plan ausbilden und formen wird, auch wenn das viel Zeit in Anspruch nehmen wird.