Endspurt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mein Plan ist, Ende kommender Woche meine Master-Projektarbeit abzugeben. Dazu ist es notwendig, die Arbeit substantiell in dieser Woche fertigzustellen, damit im Laufe der kommenden Woche Zeit ist für das Korrekturlesen, Fehlerbehebung und Feinschliff. Aktuell arbeite ich am Kernteil der Arbeit, der inhaltlichen Analyse meiner Blogposts. Davor habe ich eine kurze Metadaten-Analyse geschrieben und in diesem Zuge die Posts-Häufigkeit pro Kalenderwoche und die Wortanzahl pro Post grafisch dargestellt. Im Gespräch mit Sven haben wir den nächsten Betreuungstermin auf kommende Woche Dienstag festgelegt. Zurzeit sind meine Nerven durch permanenten vormittäglichen Baulärm im Haus recht angespannt, daher fällt mir das konzentrierte Schreiben aktuell etwas schwer.

Ich sehe der Beendigung der Master-Projektarbeit mit großer Vorfreude auf die Masterarbeit entgegen. Wie bereits in einigen vergangengen Blogposts erwähnt, habe ich auch für diese schon die ein oder andere Idee, die den Rahmen der Master-Projektarbeit gesprengt hätte und hoffe, dass ich dann später möglichst viel davon möglichst zügig umsetzen kann.

Ich habe, zugegebenermaßen etwas vorgreifend, schon über das Thema Particitpatory Design nachgedacht, welches mir schon in einigen Papers begegnet ist. Es wird wichtig sein, im Rahmen der Masterarbeit diese Technik anzuwenden: In Zusammenarbeit mit den Testpersonen zu arbeiten und deren Wünsche, Ideen und Vorschläge einzubeziehen und nicht zu übergehen. Ich hoffe, dass mir das adäquat und zu aller Zufriedenheit gelingt.

Liebe Grüße und bleibt gesund,
Stefan

Feedback

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mir geht seit einiger Zeit vermehrt das Thema Feedback durch den Kopf. Übersetzen mag man es gegebenenfalls mit Rückmeldung, Einschätzung, je nach Kontext auch Benotung. Feedback zu bekommen ist ein schwieriges Unterfangen, da dem, so meine subjektive Einschätzung, allgemein wenig Wert beigemessen wird. Ich habe diesbezüglich oberflächlich recherchiert und möchte meine Gedanken zusammenfassen, ohne Anspruch auf absolute Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Ein vollständiger Ablauf setzt voraus, dass eine Partei Feedback gibt, und die andere Partei es annimmt. Auf beiden Seiten kann es daher zu Problemen kommen. Für mich relevant ist insbesondere Feedback zu Texten, daher werde ich mich darauf fokussieren. Es sei nichtsdestoweniger darauf verwiesen, dass in anderen Bereichen Feedback zu Handlungsweisen absolut notwendig ist, z.B. im medizinischen Bereich, bei der Feuerwehr oder auch bei Germany’s Next Topmodel, um Fehler zu korrigieren und positives Verhalten zu bestärken.

Damit sind wir auch schon bei einem Kernmechanismus: Konditionierung. Positives Feedback ist angenehm und motiviert dazu, etwas entsprechend fortzusetzen oder zu beginnen. Negatives Feedback ist unangenehm und hält davon ab, etwas fortzusetzen oder zu beginnen. Das gibt Feedback-Gebern eine gewisse Macht und damit einhergehend Verantwortung.

Nach diesen Vorbemerkungen möchte ich zusammenfassen, was meine Recherche ergeben hat. Quellen: hier, hier und hier. Wichtig ist, dass der Feedback-Nehmende bereit und willens ist, das Feedback anzunehmen, und dass der Feedback-Gebende wirklich beabsichtigt, ersterem Gutes zu tun. Feedback besteht u.a. daraus, Gutes hervorzuheben, Schlechtes zu benennen und Optionen zur Verbesserung aufzuzeigen. Es hat den Charakter eines Ratschlags, den der Nehmende annehmen oder ablehnen kann. Empfehlenswert ist zudem, sich vorher einen Überblick über die Position der Person zu verschaffen, der man Feedback geben möchte, und zu reflektieren, ob man kompetent und in der Lage dazu ist, sachlich Feedback zu geben.

Optimal ist, wenn der Feedback-Nehmer um Feedback bittet. Es sollte zudem beschreibenden und nicht wertenden Charakter haben, da es sonst als Kritik verstanden werden kann, und keinesfalls sollte es die betreffende Person herabsetzen oder niedermachen. Ein essentieller Kernpunkt ist, dass das Feedback hilfreich ist. Wenn Dinge angesprochen werden, auf die die Person keinerlei Einfluss hat, ist es nicht hilfreich.

Ich bitte um Entschuldigung für diese unsortierte Sammlung meiner Gedanken. Gegebenenfalls werde ich mich beizeiten noch mal detaillierter mit dem Thema Feedback auseinandersetzen.

Liebe Grüße,
Stefan

Naming Convention

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute möchte ich über ein kontroverses Thema schreiben. Ich habe auf Twitter die Frage gestellt, ob man zwischen „behindert“ und „beeinträchtigt“ differenziert und wenn ja, wie (Link). Die Frage löste ein für mich überraschend großes Maß an Feedback aus. Ich habe dadurch eine Menge von Input bekommen, den ich zum Teil auch vorher nicht bedacht hatte. Eine Auswahl davon möchte ich hier (hoffentlich) übersichtlich darstellen.

Es gibt dort u.a. die juristische Perspektive. Hier sind die Begriffe nicht deckungsgleich, d.h. eine Behinderung ist immer eine Beeinträchtigung, aber eine Beeinträchtigung nicht immer eine Behinderung. Eine gesetzliche Definition ist die folgende:

„Menschen mit Behinderungen im Sinne dieses Gesetzes sind Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können. Als langfristig gilt ein Zeitraum, der mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate andauert.“

§3 Behindertengleichstellungsgesetz, Stand 02.06.2021

Neben der juristischen Perspektive haben Personen auf meine Frage noch verschiedene andere Intentionen beschrieben. Da „behindert“ von, hauptsächlich sich selbst als nicht betroffen beschreibenden Menschen, als beleidigend empfunden wird, werden verschiedene Ausweichworte bzw. -prinzipien genutzt wie bspw. Kinder als beeinträchtigt zu bezeichnen und Erwachsene als behindert.

Am Interessantesten waren jedoch Reaktionen von sich selbst als behindert beschreibende Menschen. Selbige bestehen darauf, als behindert oder Mensch mit Behinderung bezeichnet zu werden, da das den Sachstand beschreibt. Das Ziel hier ist, dass dieser Begriff nicht mehr als beleidigend verstanden bzw. verwendet wird. In diesem Begriff wurde für die Ausweichversuche der Begriff „Euphemismustretmühle“ gebraucht, der mir vorher unbekannt war, den ich aber interessant und mindestens treffend finde.

Ich selbst werde es für meine wissenschaftlichen Arbeiten so handhaben, dass ich von Menschen mit Behinderung schreibe, es sei denn, es ergibt sich die definitorische Notwendigkeit, andere Begrifflichkeiten zu benutzen.

Liebe Grüße,
Stefan