Literatur-Analyse und Eindrücke

Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich den Fokus auf ein Paper legen, mit welchem ich mich seit dem letzten Post intensiver beschäftigt habe. Außerdem möchte ich meine Gedanken zu einer Thematik darlegen, die als Erstes in einem Gespräch Ende Dezember aufkam, aber für mich aktuell in den Vordergrund gerückt ist.

Literatur-Analyse

Mit dem Ziel, mir einen groben Überblick über das Feld der Barrierefreiheitsforschung zu verschaffen, habe ich mich auf die Suche nach einer aktuellen und qualitativ guten Literatur-Analyse begeben. Fündig geworden bin ich beim Paper von Mack et al. (2021). Die Autoren werten Artikel von zwei großen Konferenzen des Fachgebietes aus, nämlich der Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI) und der ACM Conference on Accessible Computing (ASSETS). Die Auswertung ist unterteilt in zwei überlappende Zeiträume: 2010 – 2019 und 1994 – 2019. In der den kürzeren Zeitraum betreffende Analyse wurden 506 Veröffentlichungen bearbeitet, während die Analyse des Zeitraums 1994 – 2019 836 Veröffentlichungen beinhaltete. Wesentliche Erkenntnisse, die mir subjektiv neu waren:

  • Die Forschung im Bereich Barrierefreiheit hat einen starken Fokus auf Menschen mit Sehbeeinträchtigung oder -behinderung (engl. Blind and Low Vision People, kurz BLV)
  • Der Einbezug von Begleitpersonen bzw. Repräsentanten sowie Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern ohne Behinderung kann Erkenntnisgewinn bieten, aber auch durchaus heikel bis nachteilig sein
  • Die Differenzierung zwischen medizinischem und sozialem Modell

Letzteres möchte ich kurz detaillierter ausführen. Insbesondere gestolpert bin ich über die Phrase „identify as disabled“ auf Seite 4 des Papers. Ich habe mich anhand dieser Phrase gefragt, ob es in irgendeiner Art eine normative Instanz oder eine Richtlinie gibt, die den Status eines Menschen definiert, oder ob das ein jeder mit sich selbst ausmacht. Im Betreuungsgespräch am 20.1.2022 mit Sven Bittenbinder habe ich diese Frage gestellt. Sven hat mir dann erklärt, dass das im medizinischen Modell zwar ein Arzt entscheidet, aber dass im sozialen Modell die Behinderung als durch das Umfeld gegeben erachtet wird, bspw. wenn eine Person mit Gehbehinderung vor einer Treppe steht. Das hat mir geholfen, den Perspektivwechsel zu durchdenken.

Persönliche Eindrücke

Neben der Literatur-Analyse ist mir ein, meiner subjektiven Meinung nach, eher schwer fassbares Thema durch den Kopf gegangen. Im weiter oben bereits erwähnten Gespräch mit Sven kam auch das Thema auf, dass Personen mit Beeinträchtigung sich übergangen fühlen, wenn etwas für sie designed wird ohne ihre Beteiligung. Dass das ein Thema werden könnte, dachte ich zum ersten Mal, als Fabiano Pinatti mir im Betreuungsgespräch am 23.12.2021 Kritik zu meinen Blogpostings weitergab. Kritisiert wurde, dass der Eindruck entstehe, dass ich als „truthholder“ schreiben würde. Das habe ich so interpretiert, dass die Postings besserwisserisch wirken. Da ich selbst „nur“ durch eine verringerte Sehfähigkeit beeinträchtigt bin, was sich durch eine Brille lösen lässt, fürchte ich, dass ich bei meiner Arbeit unbeabsichtigt Menschen mit anderen oder stärkeren Beeinträchtigungen übergehen könnte. Das hebt für mich die Wichtigkeit des „Participatory Design“-Ansatzes hervor, der vereinfacht gesagt daraus besteht, die Ziel-Nutzer-Gruppe beim Design eines Produktes mit einzubeziehen.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser einen guten Start ins neue Jahr und in Anbetracht der aktuellen Lage Gesundheit.

Liebe Grüße,
Stefan

Literatur

Mack et al. (2021): „What do we mean by ‚Accessibility Research‘? – A Literature Survey of Accessibility Papers in CHI and ASSETS from 1994 to 2019“ von Kelly Mack, Emma McDonnell, Dhruv Jain, Lucy Lu Wang, Jon E. Froehlich und Leah Findlater, veröffentlicht 2021, CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI ’21)

Beitragshistorie

ID: 196 - 2022-01-21 14:27:16 by Stefan Härter
ID: 194 - 2022-01-21 14:21:50 by Stefan Härter
ID: 193 - 2022-01-21 13:44:25 by Stefan Härter
ID: 192 - 2022-01-21 12:38:19 by Stefan Härter
ID: 191 - 2022-01-21 12:19:00 by Stefan Härter

Vergleich

196 to 194

Literatur-Analyse und EindrückeLiteratur-Analyse und Eindrücke
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Unverändert: <p>Liebe Leserinnen und Leser,</p>Unverändert: <p>Liebe Leserinnen und Leser,</p>
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Unverändert: <p>heute möchte ich den Fokus auf ein Paper legen, mit welchem ich mich seit dem letzten Post intensiver beschäftigt habe. Außerdem möchte ich meine Gedanken zu einer Thematik darlegen, die als Erstes in einem Gespräch Ende Dezember aufkam, aber für mich aktuell in den Vordergrund gerückt ist.</p>Unverändert: <p>heute möchte ich den Fokus auf ein Paper legen, mit welchem ich mich seit dem letzten Post intensiver beschäftigt habe. Außerdem möchte ich meine Gedanken zu einer Thematik darlegen, die als Erstes in einem Gespräch Ende Dezember aufkam, aber für mich aktuell in den Vordergrund gerückt ist.</p>
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Unverändert: <p>Mit dem Ziel, mir einen groben Überblick über das Feld der Barrierefreiheitsforschung zu verschaffen, habe ich mich auf die Suche nach einer aktuellen und qualitativ guten Literatur-Analyse begeben. Fündig geworden bin ich beim Paper von Mack et al. (2021). Die Autoren werten Artikel von zwei großen Konferenzen des Fachgebietes aus, nämlich der <em>Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI)</em> und der<em> ACM Conference on Accessible Computing (ASSETS)</em>. Die Auswertung ist unterteilt in zwei überlappende Zeiträume: 2010 - 2019 und 1994 - 2019. In der den kürzeren Zeitraum betreffende Analyse wurden 506 Veröffentlichungen bearbeitet, während die Analyse des Zeitraums 1994 - 2019 836 Veröffentlichungen beinhaltete. Wesentliche Erkenntnisse, die mir subjektiv neu waren:</p>Unverändert: <p>Mit dem Ziel, mir einen groben Überblick über das Feld der Barrierefreiheitsforschung zu verschaffen, habe ich mich auf die Suche nach einer aktuellen und qualitativ guten Literatur-Analyse begeben. Fündig geworden bin ich beim Paper von Mack et al. (2021). Die Autoren werten Artikel von zwei großen Konferenzen des Fachgebietes aus, nämlich der <em>Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI)</em> und der<em> ACM Conference on Accessible Computing (ASSETS)</em>. Die Auswertung ist unterteilt in zwei überlappende Zeiträume: 2010 - 2019 und 1994 - 2019. In der den kürzeren Zeitraum betreffende Analyse wurden 506 Veröffentlichungen bearbeitet, während die Analyse des Zeitraums 1994 - 2019 836 Veröffentlichungen beinhaltete. Wesentliche Erkenntnisse, die mir subjektiv neu waren:</p>
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Unverändert: <p>Letzteres möchte ich kurz detaillierter ausführen. Insbesondere gestolpert bin ich über die Phrase "identify as disabled" auf Seite 4 des Papers. Ich habe mich anhand dieser Phrase gefragt, ob es in irgendeiner Art eine normative Instanz oder eine Richtlinie gibt, die den Status eines Menschen definiert, oder ob das ein jeder mit sich selbst ausmacht. Im Betreuungsgespräch am 20.1.2022 mit <a href="https://italg.wineme.uni-siegen.de/team/dipl-winf-sven-bittenbinder/" data-type="URL" data-id="https://italg.wineme.uni-siegen.de/team/dipl-winf-sven-bittenbinder/">Sven Bittenbinder</a> habe ich diese Frage gestellt. Sven hat mir dann erklärt, dass das im medizinischen Modell zwar ein Arzt entscheidet, aber dass im sozialen Modell die Behinderung als durch das Umfeld gegeben erachtet wird, bspw. wenn eine Person mit Gehbehinderung vor einer Treppe steht. Das hat mir geholfen, den Perspektivwechsel zu durchdenken.</p>Unverändert: <p>Letzteres möchte ich kurz detaillierter ausführen. Insbesondere gestolpert bin ich über die Phrase "identify as disabled" auf Seite 4 des Papers. Ich habe mich anhand dieser Phrase gefragt, ob es in irgendeiner Art eine normative Instanz oder eine Richtlinie gibt, die den Status eines Menschen definiert, oder ob das ein jeder mit sich selbst ausmacht. Im Betreuungsgespräch am 20.1.2022 mit <a href="https://italg.wineme.uni-siegen.de/team/dipl-winf-sven-bittenbinder/" data-type="URL" data-id="https://italg.wineme.uni-siegen.de/team/dipl-winf-sven-bittenbinder/">Sven Bittenbinder</a> habe ich diese Frage gestellt. Sven hat mir dann erklärt, dass das im medizinischen Modell zwar ein Arzt entscheidet, aber dass im sozialen Modell die Behinderung als durch das Umfeld gegeben erachtet wird, bspw. wenn eine Person mit Gehbehinderung vor einer Treppe steht. Das hat mir geholfen, den Perspektivwechsel zu durchdenken.</p>
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Unverändert: <p>Neben der Literatur-Analyse ist mir ein, meiner subjektiven Meinung nach, eher schwer fassbares Thema durch den Kopf gegangen. Im weiter oben bereits erwähnten Gespräch mit Sven kam auch das Thema auf, dass Personen mit Beeinträchtigung sich übergangen fühlen, wenn etwas für sie designed wird ohne ihre Beteiligung. Dass das ein Thema werden könnte, dachte ich zum ersten Mal, als <a href="https://www.wineme.uni-siegen.de/team/pinatti/" data-type="URL" data-id="https://www.wineme.uni-siegen.de/team/pinatti/">Fabiano Pinatti</a> mir im Betreuungsgespräch am 23.12.2021 Kritik zu meinen Blogpostings weitergab. Kritisiert wurde, dass der Eindruck entstehe, dass ich als "truthholder" schreiben würde. Das habe ich so interpretiert, dass die Postings besserwisserisch wirken. Da ich selbst "nur" durch eine verringerte Sehfähigkeit beeinträchtigt bin, was sich durch eine Brille lösen lässt, fürchte ich, dass ich bei meiner Arbeit unbeabsichtigt Menschen mit anderen oder stärkeren Beeinträchtigungen übergehen könnte. Das hebt für mich die Wichtigkeit des "Participatory Design"-Ansatzes hervor, der vereinfacht gesagt daraus besteht, die Ziel-Nutzer-Gruppe beim Design eines Produktes mit einzubeziehen.</p>Unverändert: <p>Neben der Literatur-Analyse ist mir ein, meiner subjektiven Meinung nach, eher schwer fassbares Thema durch den Kopf gegangen. Im weiter oben bereits erwähnten Gespräch mit Sven kam auch das Thema auf, dass Personen mit Beeinträchtigung sich übergangen fühlen, wenn etwas für sie designed wird ohne ihre Beteiligung. Dass das ein Thema werden könnte, dachte ich zum ersten Mal, als <a href="https://www.wineme.uni-siegen.de/team/pinatti/" data-type="URL" data-id="https://www.wineme.uni-siegen.de/team/pinatti/">Fabiano Pinatti</a> mir im Betreuungsgespräch am 23.12.2021 Kritik zu meinen Blogpostings weitergab. Kritisiert wurde, dass der Eindruck entstehe, dass ich als "truthholder" schreiben würde. Das habe ich so interpretiert, dass die Postings besserwisserisch wirken. Da ich selbst "nur" durch eine verringerte Sehfähigkeit beeinträchtigt bin, was sich durch eine Brille lösen lässt, fürchte ich, dass ich bei meiner Arbeit unbeabsichtigt Menschen mit anderen oder stärkeren Beeinträchtigungen übergehen könnte. Das hebt für mich die Wichtigkeit des "Participatory Design"-Ansatzes hervor, der vereinfacht gesagt daraus besteht, die Ziel-Nutzer-Gruppe beim Design eines Produktes mit einzubeziehen.</p>
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Literatur-Analyse und EindrückeLiteratur-Analyse und Eindrücke
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 Hinzugefügt: <p>Letzteres möchte ich kurz detaillierter ausführen. Insbesondere gestolpert bin ich über die Phrase "identify as disabled" auf Seite 4 des Papers. Ich habe mich anhand dieser Phrase gefragt, ob es in irgendeiner Art eine normative Instanz oder eine Richtlinie gibt, die den Status eines Menschen definiert, oder ob das ein jeder mit sich selbst ausmacht. Im Betreuungsgespräch am 20.1.2022 mit <a href="https://italg.wineme.uni-siegen.de/team/dipl-winf-sven-bittenbinder/" data-type="URL" data-id="https://italg.wineme.uni-siegen.de/team/dipl-winf-sven-bittenbinder/">Sven Bittenbinder</a> habe ich diese Frage gestellt. Sven hat mir dann erklärt, dass das im medizinischen Modell zwar ein Arzt entscheidet, aber dass im sozialen Modell die Behinderung als durch das Umfeld gegeben erachtet wird, bspw. wenn eine Person mit Gehbehinderung vor einer Treppe steht. Das hat mir geholfen, den Perspektivwechsel zu durchdenken.</p>
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Literatur-Analyse und EindrückeLiteratur-Analyse und Eindrücke
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Literatur-Analyse und EindrückeLiteratur-Analyse und Eindrücke
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Ein Gedanke zu „Literatur-Analyse und Eindrücke“

  1. Hallo Stefan, hier mal wieder ein kleiner Kommentar. Vorab meine Einschätzung, dass ich Dich noch nicht als Oberlehrer oder „truthholder“ wahrgenommen habe. Du bist in meinen Augen ein junger Mensch, der sich ein erstaunliches Wissen angeeignet hat und noch aneignet, da muss man schon mal mit gewissen Bemerkungen leben. Sie sind ja gut gemeint.

    Sehr gut finde ich Deine Erkenntnis, das es sinnvoll ist, die betroffenen Personen mit einzubeziehen anstatt ohne sie zu forschen. In der Wirtschaft würde das so ausgedrückt: Je mehr Mitarbeiter im Boot sind und mit rudern, um so leichter kommt das Gefährt voran.

    In diesem Sinne, Dir alles Gute und viel Erfolg bei Deinen weiteren Recherchen.

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