Josua 1,2: Nachfolger Moses‘ mit Gottes Auftrag

„‚Mein Diener Mose ist jetzt tot. Geh nun zusammen mit meinem Volk über den Jordan in das Land, das ich den Israeliten gebe.“

1) Beobachtungen

Wer ist Mose gewesen?

Gott selbst ehrt Mose hier durch die Verwendung des Titels „Mein Diener […]“. Moses‘ Leben hatte drei große Abschnitte: Die ersten 40 Jahre lebte er am Hof des Pharaos von Ägypten, des mächtigsten Mannes der damaligen Zeit. Aufgrund eines Mordes an einem ägyptischen Aufseher mit der Motivation, sein Volk zu beschützen und zu leiten, floh er nach Midian in die Wüste. Dort lebte er weiter 40 Jahre als Hirte, heiratete die Tochter des Priesters Jitro, Zippora, und bekam mit ihr zwei Söhne, Gerschom ( = „ein Gast dort“) und Elieser ( = „Gott hilft“, 2. Mose 18, 2-4). Anschließend beruft Gott ihn, das Volk aus Ägypten herauszuführen. Mose jedoch zweifelt und traut sich das nicht zu, aber Gott überzeugt ihn und verspricht ihm seinen Beistand. Seine letzten 40 Lebensjahre verbrachte er mit dem Führen der Israeliten auf dem Weg ins gelobte Land Kanaan. In dieser Eigenschaft kündigte er dem Pharao die zwölf Plagen an, empfängt Gottes Gesetze auf dem Berg Sinai und setzte sich selbst bei Gott gegen die Vernichtung des Volkes Israel ein, als dieser versprach, Israel zu vernichten und Mose zu einem großen Volk zu machen (4. Mose 14,12-25). Da er sich allerdings bei einer Begebenheit Gottes direkter Anweisung widersetzte (4. Mose 20.12), durfte er das Land Kanaan nicht betreten. Gott führt ihn auf einen Berg in Moab, von dem aus er ihm das ganze Land zeigt, und anschließend verstirbt Mose mit 120 Jahren, doch „seine Augen waren nicht schwach geworden und er war noch rüstig.“ (5. Mose 34, 7). Die Israeliten trauerten 30 Tage um ihn (vorherige Stelle, V. 8), und Gott begrub ihn an einer unbekannten Stelle, zu der bis heute niemand gekommen ist. Erwähnenswert ist zuletzt noch, dass der Erzengel Michael mit dem Teufel um den Leichnam Moses stritt (Judas 9).

Was sagt der Vers?

Es ist wichtig sich vor Augen zu halten, dass hier Gott (zu Josua) spricht. Er bestätigt den Tod Moses‘ und lobt ihn als „Mein Diener“, was uns sagt, dass Mose den Willen Gottes getan hat. Mir fällt dazu allerdings noch Matthäus 22,32 ein („Also ist er der Gott der Lebenden und nicht der Toten.“), hier ist jedoch offensichtlich der körperliche Tod gemeint.
Gott fordert Josua dazu auf, über den Jordan zu gehen, in das Land, welches er den Israeliten geben wird. Also sind die Israeliten hier noch im Land Moab.

2) Interpretation

Mose ist ein großer Anführer gewesen, was Gott auch bestätigt. Er sichert Josua jedoch schon hier seinen Beistand zu, wenn er die Aufgabe, die Gott ihm und dem Volk gibt, angeht – sogar, dass er ihnen das Land geben wird; ergo verspricht er die Erfüllung der Aufgabe.
Jordan bedeutet „der Hinabeilende; Fluß; Strom“. Nach Kolosser 2,20 und 3,1 ist der Durchzug durch den Jordan eine Symbolik auf den Tod und die Auferstehung von Jesus. Gott fordert Josua auf, die Zeit der Trauer um Mose zu beenden und durch den Jordan (als Symbolik für den Tod) ins Leben, das gelobte Land, zu gehen.

3) Anwendung

Wenn große Leiter von uns genommen werden, ist es immer schwer und das Erbe lastet mitunter schwer auf den Schultern der Nachfolger, aber Gott verspricht Beistand, wenn wir seinen Willen tun. Für mich schließe ich, dass Gott herausfordert und Großes vorhat, aber niemanden mit seiner Aufgabe alleine lässt.

Ein Gedanke zu „Josua 1,2: Nachfolger Moses‘ mit Gottes Auftrag“

  1. Hallo Stefan, danke für die Einstellung an meinem Rechner, mit deren Hilfe ich direkt auf Deine Kommentare zugreifen kann. Auch Dein zweiter Bericht ist sehr wertvoll und erfrischend. Im Tagesverlauf kann ich immer wieder mal darüber nachdenken. Danke.
    Einen schönen Tag.

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