Josua 1,3: Gottes Versprechen gilt

„Ich sage dir zu, was ich schon Mose versprochen habe: ‚Wohin ihr auch geht, werdet ihr Land betreten, das ich euch geschenkt habe:“

1) Beobachtungen

Gott spricht hier immer noch zu Josua. Er setzt seine Person als Autorität ein, indem er ein Versprechen erneuert. Das besagte Versprechen gibt Gott das erste Mal Abraham in 1. Mose 15,18-20 („So schloss der Herr an jenem Tag einen Bund mit Abraham und sprach: ‚Ich werde dieses Land deinen Nachkommen geben, das ganze Gebiet von den Grenzen Ägyptens bis zum großen Fluss Euphrat – das Land der Keniter, Kenasiter, Kadmoniter, Hetiter, Perisiter, Refaiter, Amoriter, Kanaaniter, Girgaschiter und Jebusiter.'“). Anschließend erneuert er es gegenüber Mose in 2. Mose 23,22-24 („Wenn ihr aber gewissenhaft darauf bedacht seid ihm [dem Engel] zu gehorchen, indem ihr alles tut, was ich euch sage, dann werde ich ein Feind eurer Feinde sein und die bedrängen, die euch bedrängen. Denn mein Engel wird vor euch hergehen und euch in das Land der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiter bringen und ich werde sie vernichten.“). Mose schließlich erinnert die Israeliten vor seinem Tod nocheinmal daran, siehe 5. Mose 11,22-24 („Wenn ihr die Gebote, die ich euch gebe, gewissenhaft befolgt, indem ihr den Herrn, euren Gott, liebt, seinen Willen tut und euch an ihn haltet, dann wird der Herr alle diese Völker vor euch vertreiben. Ihr werde Völker verjagen, die größer und stärker sind als ihr. Alles Land, auf das ihr euren Fuß setzt, wird euch gehören: Eure Grenzen werden sich von der Wüste bis zum Libanon erstrecken, vom Euphrat bis zum Mittelmeer.“).
Bemerkenswert ist, dass das Versprechen gegenüber Mose und die Erinnerung von Mose an das Volk die Bedingung beinhalten, Gott zu gehorchen – das Versprechen an Abraham jedoch nicht.

Gott bezieht sich explizit auf das, was er Mose bereits zusagte, und bestätigt dadurch noch einmal Josuas Stellung als legitimer Nachfolger Moses‘. Obwohl das Versprechen aus Gottes Sicht über Moses‘ Tod hinaus gültig ist, erneuert er es gegenüber Josua. Etwas versprechen bedeutet laut Lexikon: „etwas verbindlich zusagen; Anlass oder Grund geben, zu hoffen“.
Die Formulierung „geschenkt habe“ legt den Schluss nahe, dass aus Gottes Sicht das Land schon den Israeliten gehört, und sie es sich nur noch nehmen müssen. Dazu gehört jedoch auch: „Wohin ihr auch geht“ und „werdet ihr Land betreten“, d.h. sie müssen selbst aktiv werden und losgehen.

2) Interpretation

Obwohl die Zusage, die Gott Abraham gegeben hat und gegenüber Mose und dem Volk erneuerte noch gilt, bekräftigt er sie hier an Josua und das Volk gerichtet ein weiteres Mal. Dass die Israeliten trotz Gottes Hilfe noch selbst losgehen müssen, um ihr Land zu betreten, kann man als Symbolik auf die Errettung deuten: Jesus hat die Schuld bereits bezahlt, aber wir müssen uns trotzdem dazu entscheiden, sein Opfer für uns anzunehmen.

Dass Gott die Zusage erneuert, ist eine notwendige Erinnerung, weil wir Menschen schnell seine Wunder und Verheißungen vergessen oder / und das Vertrauen verlieren.

Gott setzt hier zum dritten Mal in den ersten drei Versen indirekt das Zeichen, dass Josua der legitime Nachfolger Moses‘ als Israels Leiter ist. Das versieht Josua mit der dafür nötigen Autorität von Gott.

3) Anwendung

Gott kennt uns Menschen, er weiß, dass wir Erinnerung an geistliche Stärke brauchen. Er hat den Sieg schon errungen, wir müssen ihn nur noch für uns in Anspruch nehmen. Ich möchte mehr auf Gott vertrauen; darauf, dass er mich für die Aufgaben, die er mir gibt, ausrüstet und dass er für mich kämpft.

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